© Nils Schirmer
News Story
Einweg ist kein Weg
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Für viele Berlinerinnen und Berliner gehören ein kühles Getränk und ein schneller Snack einfach dazu, wenn sie ins Stadion, die heimische Halle oder zu Public Viewing Events gehen. Dabei entstehen innerhalb weniger Stunden allerdings enorme Mengen an Verpackungsmüll. Denn Wasser, Softdrinks, Pommes, Currywurst und Co werden größtenteils in Einwegbechern, Einwegflaschen und auf Einweggeschirr ausgegeben. Nach der Nutzung landen Becher, Schalen und Teller im Abfall. Zwar finden in Berlin tagtäglich zahlreiche Veranstaltungen statt, bei denen Einwegmüll produziert wird, aufgrund ihrer hohen Anzahl und Größe entstehen bei Sportveranstaltungen jedoch auch sehr große Abfallmengen. Gleichzeitig bieten sie folglich viel Potenzial für eine signifikante Einsparung von Ressourcen durch die Nutzung von Mehrwegsystemen bei der Speisen- und Getränkeausgabe. Ein eindrucksvolles Beispiel dafür war etwa die Berliner Fan Zone am Reichstag während der UEFA EURO 2024. Durch die konsequente Umstellung auf Mehrweg seitens des Landes Berlin und des Veranstalters Kulturprojekte Berlin konnten rund 2 Millionen Einwegverpackungen eingespart, 24 Tonnen Abfall vermieden und 100 Tonnen CO₂-Emissionen eingespart werden.
Ein Erfolg, an den das Land mit einer Mehrwegpflicht (Ausführungsvorschrift Mehrweg) zukünftig anknüpfen will. Die Vorschrift tritt am 1. Oktober 2026 in Kraft und gilt für Veranstaltungen, auf die das Land Berlin Einfluss hat, etwa auf öffentlichen Flächen oder in landeseigenen Einrichtungen. Speisen und Getränke sollen dann grundsätzlich in Mehrwegbehältnissen ausgegeben werden. Ziel ist es, Einwegabfälle deutlich zu reduzieren und Ressourcen zu schonen. Dafür kommen unter anderem Mehrwegbecher, -teller und -schalen sowie wiederverwendbares Besteck zum Einsatz. Über Pfandsysteme wird das Geschirr nach der Nutzung zurückgegeben, gereinigt und erneut verwendet.
Für welche Berliner Sportveranstaltungen gilt die neue Vorschrift also in Zukunft? Neben Leichtathletik-Events wie dem ISTAF im Olympiastadion oder Heimspielen von Hertha BSC können auch Laufveranstaltungen, Fanfeste oder Public Viewings auf öffentlichen Flächen unter die Vorgaben der AV Mehrweg fallen, sofern sie in ihren Anwendungsbereich gehören. Für Zuschauende und Fans ändert sich dabei wenig – statt Becher, Schalen, Teller und Besteck in den Mülleimer zu werfen, wird das Mehrweggeschirr an Rückgabestationen zurückgegeben, damit die Mehrwegprodukte im Kreislauf bleiben. Bestenfalls bleiben die Tribünen, Zuschauerbereiche und öffentlichen Plätze somit sauberer. Weniger Abfall, ein geringerer Ressourcen- und Energieverbrauch sowie niedrigere CO2-Emissionen machen den „Mehrweg“ somit zu einem Gewinn für alle: Veranstaltende, Besuchende und die Umwelt.